Ringelbete aus unserem Gemüsegarten

Als Kind mochte ich keine rote Bete, doch ich kannte auch nur die typische dunkelrote Bete. Die, die alles in verschiedenen Rottönen färbt: Finger, Schneidebretter, sogar Kleidung. Die, die so erdig und ein wenig säuerlich bitter schmeckt...dass es viele verschiedene Arten gibt, die teilweise einen milderen Geschmack und ein fabelhaftes Muster haben, wusste ich nicht.




Jetzt liebe ich sie so sehr, dass wir dieses Jahr fast ein ganzes Beet voll mit roter Bete, also Ringelbete angepflanzt haben. 

Die Ringelbete heißt eigentlich Tonda di Chioggia kommt also ursprünglich aus Italien, sie gehört zu den Fuchsschwanzgewächsen wie auch Amaranth oder Mangold es sind. Bei uns wächst sie hervorragend, die Knollen die wir aus dem Boden gezogen haben hatten teilweise einen Durchmesser von 18cm

Es ist jedes mal eine Freude eine dieser Knollen aufzuschneiden und zu entdecken welches Muster sich verbirgt und wie intensiv die Färbung ist, das variiert nämlich sehr stark.



Diese Rübe ist sehr nährstoffreich, sie enthält Vitamin B6, B1 und B2, Folsäure, Vitamin C und Vitamin A außerdem auch noch die Mineralstoffe und Spurenelemente wie Eisen, Calcium, Magnesium, Kalium, Jod, Phosphor und Natrium. 

In rohem Zustand verfügen 100g rote Beete über 5-10 mg Vitamin C. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung decken etwa 100 mg Vitamin C den täglichen Bedarf eines durchschnittlichen Erwachsenen. Das ist doch der Wahnsinn! 




Bei der Ernte...


In Kombination mit Vitamin C kann auch das enthaltene Eisen besser vom Körper aufgenommen werden. Normalerweise sagt man, dass Eisen aus tierischen Quellen besser resorbiert wird, ist auch so, aber wenn pflanzliches Eisen zusammen mit Vitamin C konsumiert wird, kann diese auch sehr gut metabolisiert werden.

 Eisen ist wichtig für die Blutproduktion, die Bildung von roten Blutkörperchen wird angeregt und somit der Sauerstoff, Kohlenstoff Austausch im Blut. Die Beete wirkt sich somit positiv auf die Blutzirkulation, das Herz und auch auf das Immunsystem aus. 

Man könnte auch sagen dass sie ein wahres Sportler Gemüse ist, denn Magnesium und Kalzium hilft natürlich bei Muskelkater und kann diesem sogar vorbeugen indem es die Kontraktionsfähigkeit der Muskeln positiv beeinflusst. Phosphor und Kalzium tragen zur Stabilität der Knochen bei, also sollte die rote Beete auf jeden Fall in den Ernährungsplan für Osteoporose Patienten aufgenommen werden. 




November-Ernte der Kraft-Knolle


Eine sehr gesunde und ästhetische Knolle also, diese Ringelbete.  Wir haben natürlich schon einiges ausprobiert mit diesem Gemüse, das uns so zahlreich zur Verfügung steht.  Roh bleiben natürlich mehr Inhaltsstoffe erhalten (Vitamin C!) also mische ich sie gerne in den Salat. Eine Köstlichkeit, die wir ausgiebig genossen haben diesen Sommer war eine Art Carpaccio mit roter Beete. Man muss sie in hauchdünne Scheiben schneiden, schön auf einem Teller arrangieren und mit Salz, Balsamico Essig, gutem Olivenöl und Parmesan oder einem anderen Hartkäse servieren.  Was für ein Genuss, als Vorspeise fast unschlagbar!


Wenn ich sie gare, koche ich die ganzen Knollen in Wasser mit etwas Salz und verarbeite sie dann weiter. Einige habe ich auch in Gläser eingemacht, doch leider verlieren die Tondas hier weitgehend ihre Farbe, dafür sind ihre dunkelroten Schwestern schon besser geeignet. Der Geschmack der geringelten Beten ist ein bisschen süßlicher als der der Dunkelroten. 


Brennesselknödel in Ringelbete-Sahnesoße, mit frischer Minze und Grana Padano. 

Die Knödel werden aus trockenen Semmeln oder Brezn gemacht, ich zerstoße diese im Mörser und knete sie zusammen mit frisch gesammelten, gewaschenen, gehackten Brennnesseln, Eiern und etwas Milch zu einer gut formbaren Masse, diese sollte mindestens 20 Minuten ziehen. In der Zwischenzeit kann man ein paar rote Zwiebeln und die Ringelbete in Würfel schneiden und in der Pfanne mit Butter anbraten, ein Deckel ist sinnvoll. Nach 5 Minuten kann man das Ganze mit Sahne aufgießen sodass eine Soße entsteht. Währenddessen kann man schonmal Wasser mit Salz im Topf zu kochen bringen, die Knödel formen, die Knödel werden für c.a. 15 Minuten (je nach große variiert die Zeit) in das siedende Wasser gegeben und dann mit einem Schaumlöffel herausgeholt. Ich gebe die Knödel dann noch mit der Sahnesoße in eine Ofenform und bestreue sie mit einem Hartkäse (z.B. Grana Padano) und lasse sie weitere 20 Minuten im vorgeheizten Ofen bei 180° C backen. Dann mit Minze oder anderen frischen Kräutern garnieren und genießen.




In der nächsten Gartensaison wollen wir auf jeden Fall sowohl die dunkelrote als auch die Ringelbete anpflanzen. 


 

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