Hagebutte, die Frucht der Liebesgöttin Venus.


Die Rose (rosa canina) als Pflanze der Venus erfreut uns mit ihrer Pracht das ganze Jahr, da ihre Artenvielfalt so groß ist, gibt es manche Rosenarten, die bis in den Spätherbst blühen.

Doch die Hagebutten spielen im Jahreszyklus der Rose eine wichtige Rolle, sie überdauern nämlich meist den ganzen Winter und auch wenn der Schnee schon gefallen ist kann man bei Winterspaziergängen im Wald immer wieder rote Farbakzente entdecken, die durch diese wundervollen Früchte gesetzt werden.



Vor einem der Häuser, bei uns auf dem Hof gibt es ein sehr prächtiges Exemplar der Wildrose, schon letztes Jahr haben wir ihre köstlichen Früchte geerntet und verspeist. Nicht alle Hagebutten sind so ergiebig wie diese, sie sind groß und voll mit leckerem Fruchtfleisch, das eigentlich schon wie eine Hagebutten Marmelade schmeckt. Die alte Bauersfrau, die hier auf dem Hof aufgewachsen ist, erzählte mir, dass dieser Rosenbusch einst von ihrer Mutter gepflanzt wurde. Sie schwärmt mir gerne über ihre Mutter vor, die eine sehr warmherzige und fürsorgliche Frau gewesen sein soll, die nichts desto trotz die Organisation und den Haushalt dieses Landwirtschaftlichen Betriebs übernommen hat. Als diese Frau alt und krank wurde, soll es sich zugetragen haben, dass auch der Rosenbusch immer schwächer wurde und seine Blütenpracht sich verringerte. In dem Jahr in dem sie starb, trug er ein Jahr keine einzige Blüte oder Frucht mehr. Nach ihrem Tod regenerierte sich die Rose langsam wieder in ihrer Kraft und Pracht und wenn ich ihn jetzt anschaue, denke ich immer an diese Frau, obwohl ich sie nie kannte. Manchmal kommt es mir so vor als würde ein Teil von ihr in diesem Gewächs weiterleben und den Hof weiterhin mit ihrer Schönheit und ihrer Nahrung, in Form von Blüte und Frucht, versorgen.



Ja die Rose: ein wahrer Venusgewächs. So soll sie für Haut und Haare besonders gesund sein, aufgrund der enthaltenen Kieselsäure stärkt sie die Haare, das Bindegewebe und die Nagelstruktur. Der hohe Gehalt an Vitamin C sorgt für ein stabiles Kollagengerüst in der Haut und somit für Hautstraffheit. Vitamin E stärkt die Abwehrzellen des Immunsystems und beugt somit Erkältungskrankheiten vor. Außerdem ist Vitamin E unter anderem zuständig für die entzündunghemmende Wirkung der Hagebutten, was das handelsübliche Hagebuttenpulver zu einer unterstützenden Therapie bei Arthritis macht.



Ein paar der Früchte werde ich trocknen und in Teemischungen verarbeiten, aber der Großteil wird in die Weinherstellung gehen. Hagebuttenwein soll köstlich sein und da man für die Herstellung eines Solchen die Hagebutten nicht erwärmen muss bleiben viele Inhaltsstoffe enthalten. Nicht umsonst war Alkohol eine sehr beliebte Konservierungsart unserer Ahnen, es wird wenig Energie benötigt und das Ergebnis ist lang haltbar. Dass Alkohol eine schlechte Konnotation in unsere Gesellschaft genießt liegt wohl an all den industriell hergestellten Produkten, die im Supermarkt für wenig Geld erhältlich sind und meist ungewünschte Nebeneffekte wie Kopfschmerz verursachen.
Doch ein mit viel Liebe hergestelltes Selbst gemachtes alkoholisches Getränk, wird meist nur in Maßen genossen, da einem bewusst wird, wie viel Arbeit dahinter steckt. Außerdem hat es einen medizinischen Wert, der zugleich noch einen großen Genuss mit sich bringt.


 Egal wie zubereitet, die Hagebutte gehört zu meinen liebsten regionalen Superfoods. 


alle texte & Photos (co) Cheyenne Vogel


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