Calendula, das vielseitige Heilmittel von der Blumenwiese.
Calendula officinalis bekam ihren Namen daher, dass sie an so vielen calendi (ersten Monatstagen) erblühte. Die schöne Pflanze, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum kommt, war auch in unserem Garten bis Mitte November aktiv. Wir haben dieses Jahr eine Blumenwiese gepflanzt mit einer Bio Samenmischung in der auch die Ringelblumensamen enthalten waren und obwohl sich nur einige Pflanzen durchsetzen konnten, war es eine reichliche Ernte an orange-leuchtenden Blüten.
Sie hat ein großes Durchhaltevermögen, da sie viele andere Pflanzen überdauert. Vielleicht wird sie deshalb im Volksglauben auch Totenblume genannt. Sie wurde und wird oft auf Gräbern gepflanzt, vielleicht weil die Leute glaubten man könne durch sie mit den Ahnen kommunizieren, vielleicht auch weil sie einfach eine Augenweide ist.
Die gebräuchliche Bezeichnung Ringelblume erhält sie, da ihre Samen geringelt sind, wie man auf folgenden Fotos erkennen kann.
Dieses Jahr trockne ich auch einige Blüten für Tee Anwendungen zum Trinken oder für Kompressen und Umschläge bei Wunden.
Die Calendula sieht nicht nur schön aus, sie hat auch einige bewiesene medizinische Wirkungen. Am bekanntesten ist sie wohl als Salbe oder Öl zu Wundheilung. Diese Wirkung wurde in einer Studie erforscht es gab 34 Patienten mit Geschwüren an den Beinen, die in zwei Gruppen aufgeteilt wurden, eine Gruppe wurde mit echtem Calendula Extrakt behandelt (21 Menschen) und die Kontrollgruppe (13 Personen) wurde mit einer stark verdünnten Kochsalzlösung eingerieben.
Nach drei Wochen konnte man bei der Testgruppe eine signifikante Verkleinerung der offenen Stelle am Bein erkennen, sie waren circa 40% kleiner als zuvor.
Bei der Kontrollgruppe konnte nach 3 Wochen Behandlung eine Wundheilung von 14% der offenen Fläche festgestellt werden.
(Den Link zur Studie findet ihr ganz unten.)
Ich finde dieses Ergebnis beeindruckend.
Anscheinend regt der Wirkstoffkomplex dieser Pflanze die Fibrinproduktion an. Fibrin ist die Substanz, die vom Körper bei der Wundheilung benutzt wird um die Wunde zu schließen, es fungiert also als eine Art Kleber.
Das merkt man schon beim Sammeln: die Blüten hinterlassen ein klebriges Gefühl auf den Fingern.
Eine weitere tolle Eigenschaft der Ringelblume ist es, dass sie wie ein Verstärker wirkt. In der Volksheilkunde kommt sie in Teemischungen verschiedenster Art vor, beigefügt um die Wirkungen der anderen Pflanzen zu unterstützen. Sie wirkt auf verschiedenste Schleimhäute im Körper, Mund und Rachen, Magen und Darm, dort entfaltet sie ihre entzündungshemmende besänftigende Wirkung. Auch die Gebärmutterschleimhaut reagiert auf die milde Calendula, so darf sie meiner Ansicht nach in keiner Frauentee Mischung fehlen. Sitzbäder mit Ringelblume und Kamille wirken sehr wohltuend bei Unterleibskrämpfen.
Ich habe dieses Jahr einen Ölauszug mit Sonnenblumenöl gemacht, da sowohl die Sonnenblume als auch die Ringelblume zur Familie der Korbblütler gehören. Ich habe ein sehr hochwertiges Sonnenblumenöl benutzt und die frischen Blüten dort 2 Wochen mazeriert, abgeseiht und einen weiteren Durchgang mit einer Vanilleschote und ein paar weiteren Blütenblätter im Wasserbad auf sehr niedriger Hitze gemacht. Jetzt lasse ich diesen Auszug eine weitere Woche stehen filtere ihn wieder ab & füge noch etwas Bienenwachs hinzu, so dass das Öl zu einer Salbe wird. Das Vanille Aroma gleicht den etwas dominanten Sonnenblumenöl Duft aus und wirkt aphrodisierend, somit wird es auch zu einem hervorragenden Massageöl.
Fotos und Text ©Cheyenne Vogel
Quellen: Die Kräuter in meinem Garten von Siegrid Hirsch und Felix Grünberg

Sehr schön, auch die Herstellung der Salbe finde ich interessant wegen der Idee mit der Vanille ;)
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